Unsere Geschichte

Wie alles begann

Die Idee hinter Ursprungshuhn entstand aus der Begeisterung für alte Schweizer Hühnerrassen und dem Wunsch, einen kleinen Beitrag zu ihrem Erhalt zu leisten.

Anfang 2025 wagten wir den ersten Schritt und holten unsere ersten Eintagesküken. Von diesem Moment an begleiteten wir die Tiere von ihren ersten Lebenstagen an und konnten miterleben, wie aus den kleinen Küken eine lebhafte Hühnerschar heranwuchs.

Durch die tägliche Betreuung wurden einige unserer Hennen besonders zutraulich. Noch heute kommen sie neugierig auf uns zu und begrüssen uns oft bereits, bevor wir den Stall betreten haben.

Ein Zuhause für unsere Hühner

Damit unsere Tiere genügend Platz und Schutz haben, bauten wir einen kleinen, alten Schweinestall zu einem Hühnerstall um. Mit viel Eigenleistung entstand ein Zuhause, das den Bedürfnissen unserer Hühner gerecht wird und ihnen ausreichend Platz zum Ruhen, Schlafen und Legen bietet.

Zusammen mit dem Auslauf und den grünen Wiesen bildet der Stall das Zentrum unseres kleinen Bestandes.

Hennen und Hähne gehören zusammen

Von den 25 Küken entwickelten sich 10 zu Hennen und 15 zu Hähnen. Dieses Verhältnis ist ganz natürlich, denn bei Hühnern schlüpfen ungefähr gleich viele männliche wie weibliche Tiere.

Für uns waren die Hähne von Anfang an genauso wichtig wie die Hennen. Deshalb durften sie bei uns aufwachsen, frische Luft geniessen, auf grünen Wiesen scharren und ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben. Uns war wichtig, dass jedes Tier die Chance auf ein gutes und artgerechtes Leben erhält.

Mit zunehmendem Alter begannen jedoch die natürlichen Rangkämpfe zwischen den Hähnen. In einer Gruppe mit vielen erwachsenen Hähnen ist ein dauerhaft friedliches Zusammenleben nur selten möglich. Als dieser Zeitpunkt erreicht war, entschieden wir uns für die Schlachtung der Tiere.

Dabei war es uns wichtig, die Tiere nicht nur respektvoll zu halten, sondern sie auch vollständig und verantwortungsvoll zu nutzen. Die Hähne lieferten hochwertiges und zartes Fleisch und zeigten damit einen der grossen Vorteile des Schweizerhuhns als traditionelle Zweinutzungsrasse.

Gerade dieser Aspekt war einer der Gründe, weshalb wir uns für das Schweizerhuhn entschieden haben. Während moderne Legehybriden hauptsächlich auf die Legeleistung der Hennen ausgerichtet sind, vereint das Schweizerhuhn beide Eigenschaften. Sowohl die Hennen als auch die Hähne haben einen Wert und können sinnvoll genutzt werden.

Für uns gehört dieser respektvolle Umgang mit allen Tieren untrennbar zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Geflügelhaltung.

Herausforderungen gehören dazu

Nicht jeder Abschnitt unserer Geschichte war erfreulich. Im Sommer 2025 mussten wir uns aus gesundheitlichen Gründen von einer unserer Hennen verabschieden. Solche Entscheidungen fallen nie leicht, gehören aber auch zur Verantwortung gegenüber den Tieren.

Heute besteht unsere Zuchtgruppe aus neun Hennen.

Der Weg zur Erhaltungszucht

Im Herbst 2025 erhielten wir über den ZUN einen passenden Zuchthahn für unsere Hennen.

Der ZUN (Züchtervereinigung Ursprüngliches Nutzgeflügel) setzt sich für den Erhalt traditioneller Geflügelrassen ein und unterstützt Züchterinnen und Züchter bei einer verantwortungsvollen Erhaltungszucht. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass blutsfremde Tiere miteinander verpaart werden, um die genetische Vielfalt innerhalb der Rassen langfristig zu erhalten.

Dank dieser Unterstützung konnten wir einen geeigneten Hahn in unseren Bestand integrieren und den nächsten Schritt in Richtung Erhaltungszucht gehen.

Die ersten Küken aus eigener Zucht

Im Frühling 2026 war es dann soweit: Die ersten Bruteier und Küken aus unserer eigenen Schweizerhuhn-Zucht fanden ein neues Zuhause.

Für uns war dies ein besonderer Moment. Nicht wegen der Anzahl Tiere, sondern weil wir damit unseren ersten kleinen Beitrag zur Erhaltung dieser traditionsreichen Schweizer Hühnerrasse leisten konnten.

Jedes abgegebene Brutei und jedes Küken tragen dazu bei, dass diese wertvolle Rasse auch in Zukunft erhalten bleibt und ihre besonderen Eigenschaften nicht verloren gehen.

Ein besonderer Blick über den Tellerrand

Ein weiteres Highlight durften wir 2026 erleben, als wir Bruteier für die Osterausstellung im Natur-Museum Luzern zur Verfügung stellen konnten. Dort konnten Besucherinnen und Besucher die Entwicklung und den Schlupf von Küken hautnah miterleben.

Bei einem Besuch der geschlüpften Küken entdeckten wir eine weitere aussergewöhnliche Hühnerrasse: das Ayam Cemani aus Indonesien. Diese faszinierenden Tiere sind nahezu vollständig schwarz – vom Gefieder über den Kamm bis hin zur Haut. Ihre besondere Erscheinung und ihre lange Geschichte weckten sofort unser Interesse.

Je mehr wir über diese ursprüngliche Rasse erfuhren, desto grösser wurde unsere Begeisterung. Deshalb entschieden wir uns, im Sommer 2026 erstmals Bruteier dieser besonderen Hühner auszubrüten.

Auch wenn unser Schwerpunkt weiterhin auf dem Schweizerhuhn und dem Erhalt traditioneller Schweizer Rassen liegt, sehen wir im Ayam Cemani eine spannende Ergänzung unseres Bestandes. Gemeinsam mit den Schweizerhühnern in den Nationalfarben Rot und Weiss bringen die schwarzen Tiere einen besonderen Kontrast in unsere Hühnerschar.

Vor allem aber faszinieren uns die Geschichte, die Ursprünglichkeit und die besonderen Eigenschaften dieser alten Rasse. Auch hier stehen nicht Leistung oder Produktivität im Vordergrund, sondern die Freude an robusten und charakterstarken Hühnern.

Ein Weg, der gerade erst beginnt

Was mit einigen Küken und einer Idee begonnen hat, ist heute Ursprungshuhn.

Auch in Zukunft möchten wir unseren Bestand verantwortungsvoll weiterentwickeln, die Erhaltungszucht des Schweizerhuhns unterstützen und langfristig weiteren besonderen und ursprünglichen Hühnerrassen einen Platz bieten.

Unser Herz schlägt weiterhin für das Schweizerhuhn sowie für traditionelle Schweizer Rassen wie das Appenzeller Barthuhn und das Appenzeller Spitzhaubenhuhn. Gleichzeitig bleiben wir offen für weitere alte und robuste Landrassen, die durch ihre Geschichte, ihre Eigenschaften und ihre genetische Vielfalt begeistern.

Denn alte Rassen können nur erhalten werden, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen.

Ursprungshuhn – aus Begeisterung für alte Rassen und aus Respekt vor dem Tier.